Haftpflichtversicherungen

Neben der Haftung für das eigene Verschulden gilt in Bereichen wie z.B. dem Straßenverkehr und beim Umweltschutz (z. B. Amalgam-Abscheider bei Zahnärzten) die Gefährdungshaftung. Allein der Betrieb eines KFZ oder das Eigentum an einem Öltank löst bei einem Unfall die Schadensersatz-Pflicht aus. Ein Verschulden des Eigentümers an der Schadensentstehung ist irrelevant. Schäden können in Form von Personen-, Sach- oder Vermögensschäden (finanzielle Verluste des Geschädigten) auftreten.

Der Versicherer übernimmt es, unberechtigte Schadensersatz-Ansprüche abzuwehren oder aber Schadensersatz-Zahlungen bis maximal zur Höhe der Versicherungssumme zu leisten. Voraussetzung ist, dass der Versicherungsnehmer nicht vorsätzlich gehandelt hat, das Risiko mitversichert ist und die Prämie bezahlt wurde. Im Schadensfall muss umgehend der Versicherer benachrichtigt und gegenüber dem Geschädigten darf kein Schuld-Anerkenntnis ausgesprochen werden. Die Korrespondenz mit der „Gegenseite“ führt ausschließlich die Versicherung.

Privat-Haftpflichtversicherung (PHV)

Die Privat-Haftpflichtversicherung ist vereinfacht ausgedrückt für alle Lebensbereiche zuständig, die nicht mit Amt, Beruf, Immobilie, Jagd, Motor- und Segelfahrzeugen sowie Tieren zu tun haben.Die PHV ist eine Familienversicherung – außer sie wurde als Singletarif abgeschlossen – die auch die Kinder mit einschließt, solange diese sich noch in der ersten Ausbildung befinden und bisher keinen eigenen Hausstand gegründet haben. Kinder bis zum Alter von 7 bzw. 10 Jahren im Straßenverkehr sind nach dem BGB nur begrenzt haftbar zu machen.

Da immer noch rund 40% aller Haushalte nicht über eine Privat- Haftpflichtversicherung verfügen, ist die Ausfalldeckung wichtig. Hierdurch werden Sie für den Fall geschützt, dass sie durch die Schuld eines Dritten einen Schaden erleiden und der Verursacher dafür nicht aufkommt.

Berufs-Haftpflichtversicherung (BHV)

Die Versicherung tritt für Schäden ein (Personen-, Sach- und Vermögensschäden), die Sie oder Ihre Mitarbeiter einem Dritten zugefügt habenEs ist zu beachten, dass Vorwürfe, die unter die Vorsatzdelikte fallen, wie z. B. unterlassene Hilfeleistung, vorsätzliche Tötung, nicht durch die Berufshaftpflichtversicherung abgedeckt sind. Um bei einem solchen Vorwurf anwaltliche Unterstützung zu genießen ist der zusätzliche Abschluss des Spezial-Strafrechtsschutzes notwendig. Bei einigen Gesellschaften ist der Spezial-Strafrechtsschutz auf Grund der neuen Bedingungen kostenfrei mitversichert.

Der Zahnarzt ist bei neueren Bedingungen normalerweise vor Risiken , die sich z. B. aus der Nutzung eines Amalgam-Abscheiders ergeben, (Gefährdungshaftung s. o. unter Punkt „Allgemein“) und sonstigen Haftungsrisiken abgesichert, die speziell eine Zahnarztpraxis betreffen. Einige wenige Gesellschaften bieten neuerdings sogar Absicherungen bei den sogenannten Erfüllungsschäden .

Bei allen ärztlichen Berufen ist nach Aufgabe der Tätigkeit eine sogenannte Nachhaftungsversicherung zu empfehlen, da allgemein der Zeitpunkt des Verletzungszustandes zu Grunde gelegt wird. Dieses ist besonders wichtig, da auch etwaige Erben für die Haftungsansprüche gerade stehen müssen. Beispiele: Ein Fehler im Befund führt nach dem Ausscheiden des Arztes aus dem Berufsleben durch eine spätere Operation bei einem Kollegen zu Schadensfolgen. Eine Arzneimitteltherapie wird vom Patienten erst nach Ausscheiden des Arztes begonnen und führt zu Schäden.

Sonstige Haftpflichtversicherungen

Kfz-Haftpflicht

Siehe „Kfz-Versicherung“

Bauherren-, Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht und Öltankversicherung

Siehe Punkt „Rund ums Haus“

Tierhalter-Haftpflicht

Für Kleinsttiere wie Kaninchen oder Meerschweinchen muss keine gesonderte Versicherung abgeschlossen werden, da diese in der Privathaftpflicht mit abgesichert sind. Eine gesonderte Versicherung ist jedoch z.B. für Hunde und Pferde notwendig, da die Halter – wie bei der PHV – bei Schäden mit Ihrem gesamten Vermögen haftbar gemacht werden können (Gefährdungshaftung).

Jagdhaftpflicht

Die Jagdhaftpflicht ist nach dem Bundesjagdgesetz eine Pflichtversicherung. Versichert ist die gesetzliche Haftpflicht aus jeglicher Betätigung, die mit der Jagd im Zusammenhang steht. Neben dem erlaubten Besitz und dem Gebrauch von Schusswaffen ist auch das Halten und Führen von zwei Jagdhunden (auch außerhalb der Jagd) mitversichert. Somit wird keine gesonderte Tierhalter-Haftpflichtversicherung benötigt.
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